Alles begann mit einem Badehaus im Landesinneren...
Fürst Wilhelm Malte zu Putbus baute 1817 das erste Badehaus der Insel Rügen. Man vermutet, dass die Aufenthalte in Doberan und Heiligendamm (dem ersten deutschen Seebad) den jungen Fürsten dazu angeregt haben, aus der Fürstenresidenz Putbus ein Seebad zu machen – oder vielmehr eine Residenz mit der Möglichkeit zum erfrischenden Bade.
„Das irdische Paradies“, wie der Preußische König, Friedrich Wilhelm IV. das Badehaus von Putbus bewundernd nannte, wurde 1817, mitten im Ort Putbus eröffnet - weit entfernt vom Meer. Man badete edel in Marmorwannen aus Italien. Das Wasser wurde mit Pferdekutschen angefahren. Der Zuspruch war so groß, dass sich der Fürst schon bald zum Bau eines größeren Badehauses, am Boddengewässer, in der Goor entschloss. Das neue Friedrich-Wilhelm-Seebad, benannt nach dem König, wurde bereits 1818 eröffnet. Die Anbindung nach Putbus erfolgte durch eine schnurgerade Kunststrasse. Das neu geschaffene Bad wurde ein unglaublicher Erfolg, der die gesamte Prominenz dieser Zeit anzog.
Die gesamte High Society des 19. Jh. reiste nach Rügen und gab der Region Südost Rügen wichtige Impulse. Doch schon bald waren Glanz und Glamour von Putbus, indem die Könige zu Gast waren, nicht mehr ausreichend. Der Sprung in die kühle Ostsee wurde zunehmend beliebter, der Osten Rügens musste erschlossen werden. Fürst Malte erkannte die Chance und investierte erneut. 1825 bebaute er einen kleinen Fischerplatz bei Binz und schaffte dort sämtliche damals modernen Badeeinrichtungen. Allem Weitblick Fürst Maltes zum Trotz erlag Putbus, als Badeort an der Boddenküste, schon bald der Konkurrenz der Seebäder, mit Zugang zum offenen Meer.
Der Aufstieg der Seebäder begann…